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Asanans – jetzt wird endlich die Matte ausgerollt !

 

Über ein dreiviertel Jahr und mehr als 40 Blogeinträge hat es gebraucht, bis ich endlich zu den YOGA-ASANAS komme… JETZT wird die Matte ausgerollt! :-)

 

Ich entschuldige mich gleich einmal vorab, wenn meine Bemerkungen hierzu etwas, naja… eindeutig… ausfallen. Als nicht mehr praktizierende Yogalehrerin (in Bezug auf Asanas) und auch nicht mehr fungierende Ausbilderin für Yogalehrer, gehe ich sachlich aus der Praxiserfahrung damit um und nicht weichgespült aus der Oberfläche der Vermittlung durch die Medien...

 

Ich möchte wirklich niemanden persönlich angreifen, halte aber vieles in der Yoga-Szene für wirklich schlecht. Und das hat vorrangig mit den Asanas zu tun… Selbstverständlich verneige ich mich zu tiefst und ehrlich vor all den Lehrern und Schülern und bin in tiefer Dankbarkeit um ihr Wirken, die nach den folgenden Ansprüchen (die nicht von mir sondern aus den alten Schriften kommen) üben und lehren!

 

Zuerst einmal wieder die Erklärungen aus Pantanjali´ s Yogasutren. Die Erklärungen kommen wieder aus dem Buch Über Freiheit und Meditation, Das Yoga Sutra des Patanjali von T.K.V. Desikachar aus dem Vianova Verlag und sind kursiv geschrieben:

 

ASANA – Die Praxis der Körperhaltungen

 

Asana sollen gleichermaßen die Qualitäten Stabilität und Leichtigkeit haben. Wenn wir ASANA richtig üben, darf Wachheit nicht zu Verspannung führen und Entspannung nicht zu Trägheit oder Schwere.

 

Und ich möchte noch eine Sutre als Erklärung für die Asanas anfügen, welche unglaublich wichtig ist! Ich entnehme Sie aus dem Buch „Die Yogaweisheit des Patanjali für den Menschen von heute“ von Sukadev Bretz, da die Übersetzung aus dem Sanskrit einfach verständlich ist.

 

Die Stellung (Asana) wird durch Loslassen von Spannungen und durch Meditation auf das Unendliche gemeistert. Das bedeutet ganz klar, dass man nicht mit Gewalt, Druck, Widerstände im Körper und im Geist brechend die Körperhaltung meistert.

 

Ein Meister einer Yoga-Asana ist der, welcher im Geist UND im Körper, trotz der körperlichen Anspannung von Muskeln, leicht und frei ist.

 

Es steht also nirgends, dass der ein Meister im Yoga ist, der eine besonders schwierige Haltung, wie z.B. den Kopfstand ohne Arme oder den einarmigen Handstand körperlich beherrscht, sondern der, welche noch so einfache Haltung mit diesen Qualitäten ausführen kann. Es kann auch die Katze sein, die Berghaltung oder der Krieger sein (wir lächeln und sind in tiefer Zufriedenheit auf dem Bild…).

 

SO – und genau das ist der Grund, warum ich aufgehört habe zu unterrichten!

 

Ich habe mir den Mund fusselig geredet, wenn die halbe Klasse mal wieder mit hoch rotem Kopf, stöhnendem Atem und schmerzverzerrtem Gesicht die Asanas geübt hat, obwohl ich ständig Alternativen und Vereinfachungen gezeigt und angeleitet habe… NEIN – es MUSS ja höher, weiter, besser, tollerer sein… Kaum einer konnte in seinen Asanas frei und tief atmen, geschweige denn lächeln… Es ist mir offensichtlich in über 10 Jahren nicht gelungen die Wichtigkeit der Tiefe hinter den körperlichen Haltungen zu erklären und zu transportieren….

Auf den Ausbildungen kamen selten die Fragen nach innerem Wachstum, nach Befreiung von Grenzen oder Erkennen von Blockaden im Geiste. DAS sind die Themen, mit denen sich ein Yogalehrer in spe auseinandersetzen muss. Er/sie will Yogalehrer sein? Das ist keine Begrenzung auf die korrekte Ausführung der Körperhaltungen! Es ist VIEL mehr. Aber es kamen meist Fragen, ob ich die Asana-Choreographie nochmals zeigen kann, weil die so toll war….

 

Glücklicherweise gibt es viele Lehrer, die noch nicht müde geworden sind gegen das Genannte zu unterrichten… Sie haben sicherlich mehr Geduld als ich… Und es gibt bestimmt viele Schüler, die sich mit den Yamas, Niyamas und ihrem Geist/Verstand/Denken und das daraus resultierende Handeln beschäftigen und das erquickt mein Herz zu tiefst.

 

Für alle, die eine Yogaklasse besuchen, ist es enorm wichtig, dass der Lehrer wirklich gut in den Yoga-Asanas ausgebildet ist. Dazu gehört eine qualifizierte Ausbildung nicht unter 500 Unterrichtseinheiten. Heute werden Instand-Ausbildungen von 200 UE´ s  in 4 Wochen angeboten, die das ganze Spektrum des Yogas beinhalten sollen… Die 200 UE´ s reichen meiner Meinung nicht mal für die Anatomie, damit die Haltungen so ausgeführt und individuell abgewandelt werden können, dass die Schüler keinen Schaden, sondern Nutzen daraus ziehen.

 

Zeitungsartikel über die Zunahme von Verletzungen von Yogaübenden bestätigen, dass an dem eigentlichen Ziel (Kraft und Geschmeidigkeit im Körper) wohl nicht immer der richtige und individuelle Weg für den einzelnen gefunden wird… Siehe Artikel in DER WELT vom 22.11.16 Wie hoch ist die Verletzungsgefahr beim Yoga wirklich?“ oder Trendsport mit Nebenwirkungen vom STERN. Gut geschrieben, aber bei dem Wort „Trendsport“ stellen sich mir schon wieder die Nackenhaare auf… Yoga ist kein SPORT – es ist viel viel viel mehr und die Asanas sind nur ein klitzekleiner Teil im riesigen Yoga. Das können Sie nun vielleicht schon nachvollziehen, wenn Sie meinen Blog verfolgen :-)

 

Ich studiere seit über 14 Jahren Yoga. Habe knapp 900 UE´ s Ausbildung und lerne seit 2004 irgendwie täglich, in allen Bereichen… und ich habe wirklich, ganz wirklich das Gefühl überhaupt keine Ahnung von Yoga zu haben. Wirklich!

 

Der Hintergrund des Übens von Yoga-Asanas ist, den Körper zum einen kraftvoll und zum anderen geschmeidig zu halten.  Der Grund dafür ist, möglichst lange in einer Sitzhaltung (Lotussitz oder andere) verweilen zu können, um dabei in die Atemtechnik (Pranayama) und dann in die Meditation eintauchen zu können, ohne durch den Körper, der eventuell schmerzt, abgelenkt zu sein. Und es ist nun auch verständlich, dass der energetische Fluss zwischen den Koshas (Sie wissen ja jetzt was das ist) ungestört von statten gehen sollte. Denn das alles begünstigt das Eintauchen in die Meditation und das Erleben von AllEinsSein.

 

Ursprünglich gab es nur eine Asana – eben den Lotussitz zur Meditationsausführung. Um den Körper besser und leichter darin verweilen lassen zu können, hat man sich an den Tieren orientiert, wie die ihren Körper „trainieren“. So entstand die Kobra, der Fisch, der Hund, der nach unten schaut, die Katze usw. Die Qualitäten der Tiere oder des Kriegers und des Berges, wurden Grundlage und Vorbild für die dann entstehenden unterschiedlichen Körperhaltungen, die es zu verinnerlichen galt. Und auch heute gibt es immer wieder neue, wie z.B. die „rockstar-Pose“ (ich liebe diese Haltung!). Liest man in den alten Schriften, so soll es 8.400.000 Hatha Yoga Asanas geben. Davon gibt es 84, die als die Wichtigsten gelten und mit 300 Variationen geübt werden.

 

Alle sind dafür da im Körper Schwachstellen und Blockaden zu erkennen und angemessen und achtsam, aber mit Tapas (Disziplin) in Geschmeidigkeit und Stärke zu wandeln. Eben um dann lange sitzen, meditieren um dann in das AllEinsSein eintreten zu können. Heil und frei zu sein, wie immer sich das individuell dann zeigt.

 

Das Bild, das uns die Medien von Yoga vermittelt nehme ich wie folgt wahr: hippe size-zero Yoga-Girls oder athletische sixpack-Boys in akrobatischen Körperhaltungen, tätowiert und mit Dreadlocks, dabei einen veganen Smoothie schlürfen und yeaaahhhh alle Probleme sind dadurch gelöst! Yoga ist über die Asanas zum Milliarden-Konsum verkommen und ist wohl nur möglich, wenn man die entsprechenden Klamotten auf richtiger Yoga-Matte in angesagter hipper Location in fernen Landen im Edel-Hotel mit special Yoga-Music übt….

 

Tiefe Trauer überkommt mich dabei, weil die Kostbarkeit des Yogas in keiner Weise gezeigt wird. Wie auch. Es ist ein INNERER PROZESS, ganz individuell und persönlich. Und wer ernsthaft auf diesem Weg ist wird feststellen: YOGA MACHT DA ZUERST EINMAL ÜBERHAUPT GAR KEINEN SPASS! (Bauernschrank ausräumen, Laterne putzen ... Sie wissen, was ich meine...) Irgendwann ist es  dann voll toll, wenn man endlich man selbst ist und danach lebt. Aber das habe ich ja jetzt schon oft genug erläutert.

 

Wer weiter geht als auf das sauteure Yoga-Retreat auf den Malediven und die Reise nach innen antritt und bereit ist sein Leben aus sich selbst heraus zu verändern, der wird die Kostbarkeit des Yogas erfahren und unermesslich belohnt – ganz ohne Geld… denn Yoga ist…

 

… raus aus der Komfortzone – rein in die Freiheit!

 Herzliche Grüße

 Nikola Knecht

 

Adresse Räumlichkeiten: Schlossermauer 33, 86150 Augsburg

 

 

Weder stelle ich Diagnosen, noch gebe ich Heilversprechen oder erstelle Therapievorschläge.

Meine Begleitung ersetzt keinen Besuch oder eine Behandlung bei Angehörigen der Schulmedizin.

Die hier veröffentlichten Texte spiegeln ausschließlich die persönliche Meinung und Erfahrung der Autorin wieder.

Texte und Bilder: Alle Rechte liegen bei Nikola Knecht, Schwibbogenplatz 2e, 86153 Augsburg

 

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