Sehr gerne komme ich dem Wunsch meiner Yogaschüler und Klienten nach, meine Gedanken, die oft Gegenstand meines Unterrichts sind, nieder zuschreiben. Viel Spaß beim Lesen!

  

 

Gedicht zum Thema Nacht

 

Bild:

Claudia Hassel BARFLY - Im Strudel der Nacht

Acryl, Durchmesser 80 cm

für die Jahresausstellung der Künstlervereinigung Fürstenfeldbruck 2017 zum Thema "Nacht"

Vernissage am 16.06.17 im Haus 10 im Kloster Fürstenfeld

 

Texte dazu:

Nikola Knecht

Der folgende Text entstand von mir im Rahmen einer Bildbeschreibung für diesen Anlass und wurde dann als Gedicht  mit dem Bild ausgestellt.

 

Die Nacht

Draußen. Dunkel. Schemen. Schatten.

Dort gespickt von einzelnen Lichtern. Farben. Farbblitzen.

Dunkle Formlosigkeit, gepaart mit punktuellen Lichtstrukturen, führen in die Eingänge der Lichtermeere.

 

Im Lichtermeer Farbenstrudel. Lebendige und lichtvolle Energien zentrieren sich kraftvoll und scheinbar durch geheime Absprachen im Zentrum der äußeren dunklen Formlosigkeit der Nacht als existierender Gegenpol.

 

Ich entscheide über die Hingabe an die Flut der Fülle des Farbenrausches.

 

Dann, gesättigt und erfüllt, gehe ich den Weg hinaus in die Nacht.

Draußen. Dunkel. Schemen. Schatten.

Dort gespickt von einzelnen Lichtern. Farben. Farbblitzen.

Dunkle Formlosigkeit gepaart mit punktuellen Lichtstrukturen führen in die Eingänge der Lichtermeere.

 

Ich entscheide.

 

Die Bildbeschreibung als ergänzende Erklärung zum Bild der Künstlerin,

stammt zusätzlich aus meiner Feder:

 

Die Nacht ist nicht nur dunkel.

 

Ich fokussiere das, was nicht dunkel ist

und lasse mich vom Strudel der Farben

einfangen und berauschen.

 

Die Klarwerdung, dass in der Dunkelheit

immer das Licht zu finden ist.

 

Ich muss mich bewegen

die Orte der Finsternis zu verlassen,

um die Orte der Farbenfülle zu erleben.

 

Betrunken vom Rausch der Farben

ziehe ich wiederholt hinaus in die Nacht,

um mir über den Kontrast 

von einfarbig und mehrfarbig,

von Schemenlosigkeit und Farbenstrudel,

bewusst zu werden.

 

Ich tauche immer wieder ein in die

jeweilige Farbenenergie der Gegensätzlichkeit

und spüre durch den Wechsel 

die Lebendigkeit meines Seins.

 

 

Lachen

Ein äußeres Zeichen dafür, wie unser innerer Zustand, unsere innere Befindlichkeit ist, ist für mich der Humor. Klar... Humor ist ein weites Feld und nicht alle lachen über das Selbe. Humor ist für mich etwas, das nicht auf Kosten anderer geht und niemanden diffamiert. Eine hohe Stufe des Humors für mich ist über sich selbst lachen zu können. Situationen erfassen, die einfach aus dem Geschehen heraus urkomisch sind. Und noch feiner ist es, wenn die gute Laune einfach aus einem heraus kommt ohne ersichtlichen Grund. Dann strahlt man wirklich.

Ich werde oft gefragt, ob ich "irgendetwas einschmeiße", denn es kann doch nicht sein, dass ich "immer" guter Laune bin. Und wenn ja, ob sie auch etwas von dem "geilen Zeug" haben könnten. Ich bin nicht jeden Tag so voll toll drauf. Klar habe ich Tage, an denen ich mich nicht wohl fühle. Auch ich ärgere mich über mich, über andere und wahrlich sind nicht alle Tage nur lustig. Aber, wenn ich so nachdenke, es gibt wohl keinen Tag, an dem ich nicht gelacht habe.

Charlie Chaplin sagte schon: Jeder Tag, an dem du nicht lächelst, ist ein verlorener Tag.

Im Großen und Ganzen kann ich rückblickend sagen, dass es mir in den letzten zehn, 15 Jahren gelungen ist, mich von den großen "Bollern" zu befreien, die mich nicht so oft haben lachen und lächeln lassen, wie ich es heute kann. Mit der Unterstützung von anderen habe ich mich auf meinen Weg zu mir eingelassen, mir das angesehen, was mich daran hindert glücklich und vor allem frei zu sein und das dann nicht mehr Teil meines Lebens sein lassen. Ich bin der tiefen Überzeugung, wenn wir das Gefühl von Freiheit in uns spüren und bereit sind Eigenverantwortung für alles auf all unseren Ebenen des Seins zu übernehmen, dann kommt das Lächeln und Lachen zurück.

Denn Lachen ist ein Zeichen von Freiheit. Wenn du lachst, dann spürst du den Augenblick. Nicht die Vergangenheit, nicht die Zukunft, nicht einmal das, worüber du gerade lachst, bzw. was der Auslöser dafür war. Du spürst einfach nur das Lachen. Pure Energie. Deine Energie. Glückseligkeit. 

 

 

Erwartungen

Oh, wie ist unser Leben von Erwartungen geprägt: Erwartungen an uns selbst, von der Gesellschaft, der Kirche, den Eltern, den Nachbarn, den Freunden, den.... Alle haben Erwartungen an sich und noch viel mehr an andere. Das ist eh viel besser an andere Erwartungen zu stellen, als an sich selbst ... Die anderen kann man dann so richtig schimpfen und die Enttäuschung und Wut bei Nichterfüllung der (vielleicht auch noch stillen) Erwartung an den anderen loslassen. Großartig! (Wer meinen mir angeborenen Sarkasmus nicht kennt ... das war er.)

Das Problem ist, dass die Erwartungen, die andere an uns stellen, uns meist gar nicht bekannt sind. Somit ist Enttäuschung vorprogrammiert! Ja gar nicht zu vermeiden!

Wie schwierig ist es den Erwartungen der Eltern zu entsprechen? Die erste Enttäuschung kann schon darin bestehen, dass man mit dem "falschen" Geschlecht geboren wird. Ein Junge ... wir wollten doch ein Mädchen...! Das Kind vom ersten Augenblick an eine Enttäuschung! Jetzt ist das Kind auf Grund seiner natürlichen Begabung (z.B. künstlerisch) nicht gewillt oder in der Lage das Firmenimperium des Vaters zu übernehmen, welches bereits seit Generationen weitervererbt wird. Die vermutlich auch noch laut ausgesprochene Erwartung lautet: besser gegen seine Neigungen leben und der Tradition folgen, als die eigenen Talente und Wünsche leben. Das kommt öfter vor, als man denk. Kein Witz - ich höre das immer wieder von Klienten in den unterschiedlichsten Formen.

Je mehr Erwartungen gestellt werden, umso mehr Enttäuschungen enstehen. Gleich auf welcher Seite. Das lässt sich gar nicht vermeiden.

Oft stelle ich mir ein Miteinander vor, das nicht von lauten und unterschwelligen Erwartungen geprägt ist. Oh, das wäre paradiesisch - zu schön um wahr zu sein!

Ich bin mir sicher, dass die 10 Gebote oder die Yamas und Niyamas aus den Sutren von Patanjali, dem großen Yogaweisen, voll und ganz ausreichen, um so miteinander leben zu können.

Frei von Erwartungen zu leben birgt für mich ein unfassbares Entfaltungspotential für jeden Einzelnen. Es ist wohl die Grundlage für Freiheit.

Ich habe versucht meine Töchter mit diesem Gesichtspunkt der Freiheit ganz bewusst zu erziehen. Das ist heute, als erwachsene Menschen, für sie nicht immer ganz so einfach. Denn beide sind zu selbstbewussten, eigenverantwortlichen Frauen geworden, die mit möglichst wenig Erwartungen an die meisten ihrer Mitmenschen leben. Das macht sie nicht gerade form- und lenkbar. Ich bin in größter Freude darüber, dass meine Töchter schon als junge Erwachsene so frei sind und es hoffentlich bleiben.

 

 

Von Guten Mächten

Yoga ist ein Weg, lebenslang, vielleicht auch mehrere Leben lang. Die Grenze im Verstand durchlässig werden zu lassen, dass wir nicht nur unser physischen Körper und unsere Gedanken sind, ist ein Zwischenschritt im Prozess der Bewusstseinsentwicklung.

Aber was kommt denn dann, wenn wir den Bereich des physischen Körpers und des Verstandes verlassen? In der „esoterischen Szene“ spricht man dann über Engel oder Geistwesen, über Energien, das bei nicht wenigen Menschen schon ein bissal einen faden Beigeschmack hat. Mit dem Begriff Schutzengel können viele Menschen noch etwas anfangen. Aber dann wird es schon etwas schwierig. Die Vorstellung, dass Emotionen auch als Energie Teil unseres Seins sind wirft manchen vorstellungstechnisch aus der Bahn. Im Yoga sprechen wir von Chakren und Nadis, den Energiezentren und -bahnen. Über diese Ebene können wir vielleicht sogar mit dem Verstand erschließen, dass man das sogar wahrnehmen, fühlen kann. Ich meine die Emotionen, die Teil unseres Seins sind.

Das, was wir neben dem physischen Körper mit seinem menschlichen Verstand sind, besser das, was wir im eigentlich Ursprung sind, ist Energie, die sich auch als Emotion zeigt. Und ich bin zu tiefst davon überzeugt, dass diese Energien einen Zustand haben können, den wir wahrnehmen können und sogar damit in Verbindung treten können. Ich kenne einige Menschen, die das Gefühl hatten, eine unsichtbare Hand hätte sie berührt und dabei vor einem Unfall bewahrt. Oder wie viele Menschen gibt es, die mit geliebten, aber schon verstorbenen Menschen „reden“. Es gibt seit Jahrtausenden Berichte von Engelsbegegnungen. Ist das alles nur erfunden? Ich glaub das nicht.

 

Dietrich Bonhoefer, ein evangelischer Theologe, der von den Nazis verfolgt und auch im KZ umgebracht wurde, hat diese Energien, diese Energiewesen, als „Die Guten Mächte“ beschrieben. Damit meint er nach meinem Verständnis all das, was auch lebendig ist und uns begleitet, beschützt und führt, aber kein menschliches Wesen ist.

Die letzte Strophe seines Gedichts „Von Guten Mächten“ lautet:

 

Von guten Mächten wunderbar geborgen,
Erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
Und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

 

Er schrieb es in dem Wissen, dass seine Lebenszeit begrenzt ist und die Dauer seiner verbleibenden Zeit in den Händen von Menschen lag, die offenbar nichts von Guten Mächten wussten.

 

Ich bin zu tiefst dankbar und glücklich, dass ich meine Guten Mächte um mich herum immer wieder spüren darf. Und je mehr ich das übe, umso lebendiger und normaler werden sie für mich. Schön, dass ihr da seid.

 

  

 

Atem

Was Yoga von z. B einer Wirbelsäulengymnastikstunde oder auch einer BodyArt-Stunde unterscheidet ist für mich ganz klar das bewusste Atmen und das Bewusstsein für den Atem. Im Yoga atmet man nicht nur um Sauerstoff zu bekommen. Der Atem hat vielfältige Aufgaben und Fähigkeiten.

Auf physischer Ebene hält uns der Atem am Leben. Nach spätesten 5 Minuten ohne Atmung sterben wir. Verdursten dauert etwa 3 Tage ohne Wasserzufuhr und Verhungern dauert viele Wochen. Der Atem ist also das Wichtigste, was wir unserem physischen Körper zuführen.

Auf energetische Ebene ist der Atem der Träger von Prana, der Lebensenergie (Chi bei den Chinesen, Odem im Altdeutschen). Aus diesem Grund heißt auch die gröbste unserer feinstofflichen Schichten Pranamayakosha. Die Lebensenergiehülle. In diesem Teil unseres Körper-Geist-Seele-Systems liegen die Chakren und Nadis (Energiebahnen), von denen im Yoga immer wieder die Rede ist. Die Chakren transformieren die Lebensenergie vom Fein- in das Grobstoffliche und auch umgekehrt.

Noch feiner als das sind unsere Emotionen. Oft findet man im Volksmund eine starke Verknüpfung von Atem und Emotion: „mir stockte der Atem vor Angst“, „da bleibt einem ja die Luft weg“. Sind die Gedanken, die Emotionen ruhig und entspannt, dann fließt auch der Atem ganz ruhig. Bei Stress und starken Emotionen wirkt sich das direkt auf die Atmung aus: Kurzatmigkeit, keine Balance zwischen Aus- und Einatmung. Wenn unsere Gefühle sich direkt auf unseren Atem auswirken, dann sollte doch auch eine Umkehr dazu führen, dass ein kontrollierter Atem die Gefühle beeinflussen kann? Und so ist es auch. Der Atem funktioniert zum einen total selbständig und perfekt, zum anderen können wir ganz bewusst die Ein- und Ausatmung, sowie die Atempausen steuern.

Diesen Umstand nutzen die Yogis seit Jahrtausenden. Mit gezielten Atemtechniken kräftigen und entschlacken sie ihren physischen Körper, aktivieren den Energiefluss und harmonisieren ihre Emotionen, was zu einer ausdauernden Konzentration der Gedanken führt, die dann in die Meditation übergeht.

Lauscht man dem eigenen Atem, dann kann man bei der Einatmung die Silbe SO und beim Ausatmen die Silbe HAM hören. So ´ham ist Sanskrit und bedeutet ICH BIN oder ER IST ICH:

Es ist, als würde der Atem alle Schichten des Körper-Geist-Seele-Systems durchfließen und mit einander verbinden. Jeder Atemzug im Bewusstsein von so ´ham erinnert uns daran woher wir kommen und was die Quelle unserer Lebensenergie ist. Die Vollkommenheit, das Absolute, Gott, die Quelle, wie immer man das auch nennen möchte.

Lauscht man also seinem so ´ham, dann kann man die göttliche Verbundenheit hören, und dann fühlen und dadurch ein tiefes Vertrauen, eine große Kraft in sich finden.

 

Quelle YogaVidia:

So 'ham (Sanskrit: So 'ham) "Er (ist) ich"; Beschreibung des Bewusstseinszustands, in dem sich die begrenzte Persönlichkeit dem ewigen Selbst, welches im innersten Herzen wohnt, überantwortet hat; es ist auch die Repräsentation des Prozesses von Ein- und Ausatmung und geht bei einer Vertiefung in OM über.

 

 

  

 

Vollkommenheit

Beschäftigt man sich ein bisschen intensiver mit der Yogaphilosophie, denn fallen irgendwann einmal Begriffe wie Erleuchtung, Vollkommenheit, das Absolut usw.

Kein Mensch kann mit Worten beschreiben, was oder besser, wie das Gefühl hinter diesen Begriffen ist. Gleich vorab – ich habe da auch keine Worte. Eher eine Vorstellung.

Hier auf der Erde leben wir in der Dualität, der Gegensätzlichkeit. Es gibt oben und unten, rechts und links, hell und dunkel. Es ist unser Spiel zwischen diesen Extremen zu tanzen, zu leben. Den Ort oder den Zustand der Vollkommenheit stelle ich mir als die absolute Balance vor. Es gibt also noch die Gegensätzlichkeit, aber ihre Auswirkung ist auf Grund des absoluten Gleichgewichts neutralisiert. Aus dieser Neutralisierung heraus entsteht ein Glücksgefühl, ein Frieden, ein Allwissen, Ekstase, die Vollkommenheit, eben das, was mit Worten nicht zu beschreiben ist.

Hier, als Erdenmenschlein, kennen wir nur die Glückseligkeit, auf die wir ausschließlich unseren Fokus gerichtet haben, weil das Gegenteil negiert wird. Das Gegensätzliche ist da und wirkt, nur geben wir dem im Augenblick der irdischen Glückseligkeit keine Aufmerksamkeit.

Und doch wünsche ich allen unendlich viele irdische Glücksmomente!!!

 

Lokah Samasta Sukhino Bhavantu

Mögen alle Wesen diese Erde Glück und Harmonie erfahren

 

 

 

 

Balance

Wenn man sich für Philosophie, Yoga, Religion oder Glaube interessiert, dann kommt man nicht umher, dass es etwas Größeres gibt, als man selbst ist. Ein Zustand oder manche glauben auch an einen Ort, an dem es nur Frieden und Glück gibt. Keine Krankheit, und Sorgen. Ein Zustand oder Ort also, in oder an dem es keine Dualität, keine Gegensätzlichkeit gibt. Muss das friedlich sein !!!

Ich bin der tiefen Überzeugung, dass es diesen Zustand in jedem Menschen zu jeder Zeit gibt. Wir leben aber nun mal auf der Erde und hier gibt es für alles ein Gegenstück: hell/dunkel, rechts/links, oben/unten usw. Wenn jemand das gegenteilige Wort für durstig kennt ... mir bitte unbedingt mitteilen - danke, ich suche schon ewig danach :-) 

Ich bin weiter der tiefen Überzeugung, dass ich freiwillig hier auf Erden bin, um genau diese Gegensätzlichkeit zu erfahren. Das ist ganz schön anstrengend, vor allem, wenn die Amplituden sehr stark sind. Es ist ein permanenter Wechsel zwischen den beiden gegensätzlichen Seiten. Manchmal fühlt man sich da wie eine energetische Flipperkugel...

Alle großen Philosophien, Religionen oder besonders auch der Yoga bieten als Lösung an, damit die Flipperkugel nicht mehr so brutal flippert, sich im eigenen Inneren in die Stille zu begeben und somit bewusst einen Gegenpol zu schaffen, der dann in die Balance führt. Die Lösung ist also nicht im Außen, sondern im Innen. Das bedeutet, dass nur ich selbst diese Balance für mich finden kann und dass niemand anderer das für mich umsetzten kann. Aber nur durch stille sitzen und verharren wird bei den meisten auch nichts passieren. Man wird wohl in die eigenverantwortliche Handlung gehen und aktiv Veränderungen herbeiführen müssen. Nur so kann die im Inneren gefundene Stille nach außen gebracht werden und somit Innen und Außen in Balance sein.

Ich bin überzeugt, je mehr ich das übe, umso weniger stark und oft sind die einzelnen Amplituden, die mir meine Nicht-Balance anzeigen.

  

 

 

Wahrheit

Was ist Wahrheit? Ich bin der Meinung, es gibt so viele Wahrheiten, wie es Menschen auf dieser Welt gibt. Mit unseren Sinnen erfahren wir unsere Umwelt. Diese Informationen werden dann auch noch durch unsere Prägungen aus Erziehung, Kultur und Zeit verschleiert. Wie kann da das Selbe für alle gleich sein? Aus unseren gesammelten Erfahrungen entsteht Wissen und darauf begründen wir unsere Wahrheit. Wir vergessen auf diesem Weg ganz, dass jeder Mensch den gleichen Prozess durchlebt und dadurch entstehen lauter Wahrheiten... Tag für Tag. Manchmal verändert sich dann unsere Wahrheit oder wir sind von außen gezwungen eine andere Sicht einzunehmen.

Im Zusammenleben der sozialen Gemeinschaften gibt es wohl aus genau diesem Grund Regeln, auf die sich immer wieder alle beziehen können, wenn man sich zu sehr in seine eigene Wahrheit zurückgezogen hat. Und diesen Rückzug merkt man gar nicht.

Ich spiele Golf und da wimmelt es nur so vor Regeln. Die wichtigsten dienen der Sicherheit, dass keiner einen Ball an Kopf bekommt und sich verletzt. Dann folgen Regeln, die das Spiel spannend machen und zum Schluss gibt es noch Regeln der Etikette. Einer dieser Regeln lautet, dass es verboten ist ungefragt Belehrungen zu erteilen. Macht man das doch, dann darf der Belehrte dem Belehrenden einen Strafschlag aufbrummen. Seltsam, dass es so eine Regel überhaupt braucht ...??? Man braucht sie - dringend !!!! Besonders Männer neigen dazu bei gefühlter (selten tatsächlicher) Überlegenheit (spielerisch, technisch) den "Unterlegenen" freundliche Ratschläge zur Verbesserung der Schlagtechnik zu vermitteln. Ich, als Frau, bin da natürlich von Haus aus bedürftig, das schwache Geschlecht ... ahammmm.... Vor ein paar Tagen hatte ich das Vergnügen mit solch einem männlichen golfenden Exemplar. Und da ich inzwischen recht ordentlich spiele, hatte ich gedacht, es sollte nun endlich Ruhe herrschen. Nein. Ich bekam eine technische Belehrung, wie der Ball bereits beim ersten Versuch in das Loch gefallen wäre... Aha... "er" schaffte das auch nie beim ersten Mal. Ich hielt meinen Mund. Eine Bahn weiter das Gleiche .... da konnte ich nicht mehr an mich halten und sagt: "Lieber Willi (Name geändert), wenn du möchtest, dass ich dich weiterhin nett finde, wäre es sehr hilfreich, wenn du keine unaufgeforderten Belehrungen mehr aussprechen würdest. Ich mache das auch nicht bei dir, obwohl es offensichtlich einige Gründe dafür gibt, es doch zu tun."

Das saß. Obwohl ich wirklich freundlich eine bestehende Regel in Erinnerung gebracht habe, tat die Wahrheit unübersehbar weh. Denn die tatsächliche Wahrheit entsprach nicht seiner eigenen Wahrheit. Die Formulierung, die mir im Augenblick gar nicht in ihrer Tragweite bewusst war, gab auch noch unmissverständlich zum Ausdruck, dass er selbst die Ursache für die im Moment aufkommende Klärung (will es mal nett formulieren) ist.

 

Das Kehlchakra (der Ort der Wahrheit, der Sprache und des Hörens) liegt direkt neben dem Herzchakra. Wir sollten nie vergessen, dass unsere Worte aus dem Herzen kommen sollten und diese so formuliert sind, dass sie nicht vorsätzlich verletzen. Eine nicht ganz leichte Aufgabe, wenn man bedenkt, wie viel jeder Mensch (jajaaa... wir Frauen mehr, als die Männer) am Tag spricht.

 

Und eine Weisheit, die mir Petra erzählt hat:

 

Wenn man sich mehr als 5 Minuten über etwas ärgert, dann ist man selbst die Ursache dafür und nicht der, der den Ärger bei einem ausgelöst hat.

 

Es lohn sich darüber nachzudenken - es bringt einem seine Wahrheit näher :-)

 

 

Freiheit aushalten

Das Schild in der Bilderreihe entdeckten meine beste Freundin und ich bei einer 10tägigen Wanderung vom Ammersee in das Allgäu. Reduziert auf das Nötigste an Kleidung, damit der Rucksack leicht ist, stundenlanges Gehen im eigenen Tempo bei Wind und Wetter, zusammen still sein und auch zusammen tiefe Gespräche führen. Das Schönste am Tag war das warme Essen und ein weiches Bett. Der Mensch braucht nicht viel um glücklich zu sein. Tagelanges freiwilliges Gehen zeigt einem auf, wie viele Verpflichtungen der Alltag sonst hat. Um was man sich kümmert oder meint kümmern zu müssen. Beim Gehen muss man sich wirklich nur um sich selbst kümmern, sonst ist man frei. Ein Gefühl, das anfänglich sehr trügerisch ist. Man kann gar nicht wirklich etwas damit anfangen. Man muss richtig lernen, Freiheit auszuhalten... Wie traurig ist es, dass man erkennt, dass wohl die meisten Menschen nicht frei sind.

Ich höre oft von Schülern oder Klienten, dass sie selbst noch weit davon entfernt sind so frei zu sein, wie sie mich mit meiner Freiheit wahrnehmen. Betrachte ich mich und mein Leben, dann stelle ich in der Tat schon eine große Freiheit im Alltag fest. Meine Töchter sind aus dem Haus und leben eigenständig, ich habe kein Haus, nur eine Wohnung, keine Haustiere und immer noch sehr rüstige Eltern. Meine Berufe beglücken mich, ich verbringe Zeit mit dem, was ich liebe und mit den Menschen, die ich liebe. Ja... das ist schon ganz schön frei und somit großartig.

Aber das war nicht immer so. Der gute Patanjali beschreibt in den Sutras sehr klar und logisch, warum sich die meisten Menschen unfrei fühlen. Wir haben alle ein inneres Leuchten, einen Lebensauftrag. Nur leuchtet es bei den meisten Menschen nicht so wahnsinnig hell. Besser, es leuchtet schon, aber Schleier (Koshas) dunkeln das Licht ab. Es sind die Schleier der Erziehung, der Kultur, der Zeit in der wir leben, die Schleier der Erwartungen der Gesellschaft und der Familie mit samt ihren Geschichten und Regeln, sowie die Schleier der Abhängigkeit auf emotionaler und oft auch materieller Ebene. Sich davon zu befreien, den eigenen Vorstellungen, der eigenen Intuition folgen, neue Wege gehen, es anders machen als andere, abwägen ob das, was ist, das ist, was für mich die Schleier lüftet und mein eigenes Licht mehr und mehr strahlen lässt..... und dann tatsächlich Veränderungen vornehmen, die mich in meine Freiheit bringen und nicht die Erwartungen der anderen bedienen... dieser Weg soll gegangen werden. In Liebe, Achtsamkeit und Respekt mit sich und allen anderen. Deswegen sind wir hier. Diesen Weg bewusst gehen, das führt in die Freiheit. Und hat man die Freiheit erst einmal erfahren, erlebt, dann ist das wohl die stärkste Droge auf die ein Mensch kommen kann.

Ich gestehe - ich bin ein Freiheits-Junkie. Ein Jivamukti ist ein Mensch mit einer befreiten Seele. Ich muss wohl die Freiheitsdroge noch ein bissal erhöhen, um dann so weit zu sein :-)

Also - holt euch Freiheit und lebt sie, völlig frei von Nebenwirkungen!

 

  

Nun wage ich es also doch ...

Schon seit vielen Jahren bitten mich meine Yogaschüler immer wieder, ich möge doch meine Kurzreferate vom Anfang meiner Yogastunde entweder aufnehmen, oder doch bitte wenigsten niederschreiben, damit sie sich diese nochmals zu Gemüte führen können.

Bisher war mir das technisch alles zu aufwendig. Nun, mit einer Internetseite, geht das deutlich einfacher, liebe Schüler. Ich schreibe, ihr klickt und schon sind wir glücklich. Ich, weil ich meiner Begeisterung für´s Schreiben und Mitteilen nachkommen kann und ihr, weil ich euch endlich euren Wunsch erfülle. Alle anderen Interessenten und zufälligen Besuchern wünsche ich ebenso viel Freude.

 

In mehr oder weniger regelmäßigen Abständen werde ich nun meine Gedanken zu den Themen meiner Yogastunden hier schriftlich niederlegen. Und all die anderen Gedanken über Yoga, Freiheit, Gesundheit und Geistiges Heilen, aber auch Themen, welche mir einfach nicht mehr aus dem Kopf gehen oder mich so sehr berühren oder begeistern, dass ich sie in die Welt hinausposaunen muss, werden hier veröffentlicht. Ich freue mich darauf !!!

 

Weder stelle ich Diagnosen, noch gebe ich Heilversprechen oder erstelle Therapievorschläge.

Die hier veröffentlichten Texte spiegeln ausschließlich die persönliche Meinung und Erfahrung der Autorin wieder.

Die Autorin hofft mit Ihren Texten bei den Lesern eine kritsche Selbstreflektion und eigene,

frei Meinungsbildung anzuregen, die in ein eigenverantwortliches Handeln führt.

Getreu dem Grundgedanken der Autorin:

Raus aus der Komfortzone - rein in die Freiheit!

 

Praxis für Geistiges Heilen und Yoga, Autorin, Dozentin & Referentin, StartUP Coaching für Geistige Heiler

Schwibbogenplatz 2e, 86153 Augsburg, Telefon: +49 171 7502590, Email: nikolaknecht@gmail.com

Internetseiten: www.nikola-knecht.de und www.heilundfreisein.de

 

 

Bilder von Nikola Knecht mit freundlicher Genehmigung von:

Photografin Orhidea Briegel www.orhideal-image.com, Rechte Bilder: Nikola Knecht und San Esprit Ltd. Frabertsham

Texte: Alle Rechte liegen bei Nikola Knecht, Schwibbogenplatz 2e, 86153 Augsburg